Fehlende Wirtschaftlichkeit

Keine dritte Brücke

Die Elbbrücke wäre wirtschaftlich blanker Unsinn. Als bisher einzigem Projekt wurde dies durch den Bund der Steuerzahler schon vor Baubeginn bestätigt. Die Brücke kostete mehr als sie jemals nützen würde. Und dabei sind Kostensteigerungen noch gar nicht eingerechnet …

Die fehlende Wirtschaftlichkeit bei so manchem Infrastrukturprojekt unterstreicht auch Dr. Matthias Gather, Professor für das Fachgebiet Verkehrspolitik und Raumplanung an der Fachhochschule Erfurt: „Hinsichtlich der Langfrist-Effekte geht es (…) um einen Placebo-Effekt. Die Unternehmen fordern: ,Tut was für uns‘. Und die Politik weiß keinen anderen Rat, als in die Straßeninfrastruktur zu investieren, um wirtschaftliche Probleme in den Regionen zu lösen. Irgendwann ist die Straße fertig, doch die meisten Strukturprobleme hat man dadurch nicht behoben.“

Die zuständigen Planer und Politiker geben zu, dass die Dömitzer Brücke, die seit zwanzig Jahren die arme Kleinstadt Dannenberg mit der noch ärmeren Kleinstadt Dömitz verbindet, bis heute keinen Nutzen für beide hatte. Es ist offen ersichtlich, dass der Nutzen einer weiteren Elbbrücke nur einige Kilometer stromabwärts gleich Null wäre.

Einen Bedarf für die Brücke gibt es nicht, denn die heutige Fähre transportiert pro Tag nur etwa 700 Fahrzeuge. Ausgelastet ist sie nur zwischen 6.00 und 9.00 Uhr und zwischen 15.00 und 19.00 Uhr. In den übrigen Zeiten fährt sie in der Verlustzone. Staus am Anleger (mit der ersten Fähre nicht mitgenommen werden, weil sie voll ist) gibt es kaum und wenn, dann nur in sehr geringem Umfang (gelegentlich am späten Nachmittag bzw. frühen Abend).